Wie aus einem Reisemitbingsel eine Marke wurde! Iris hat die LE STOFF Gründer Julia und Ata in Wien besucht. Sie haben die spannende Geschichte hinter dem Konzept von LE STOFF erzählt.

LE STOFF hat eine Kolletion von verschiedensten Hamamtüchern, welche auch als traditionelle, türkische Handtücher bekannt sind. Der Ursprung der osmanischen Webtradition ist mehr als 600 Jahre alt und bis heute wird dabei aus 100% natürlicher Baumwolle gefertigt. Das Hamamtuch ist zwar viel dünner als ein normales Frottee-Handtuch, absorbiert aber trotzdem genau soviel Wasser, obwohl es um ein Drittel weniger wiegt.

Wie kam es zu der Idee in die Textilbranche einzusteigen?

Ata: Die Textilbranche ist für mich nichts Neues, ich habe lange mit Textilien gehandelt, nur das Produkt ist neu für uns. Wir haben auch im Jahr 1993 schon mit Textilien gehandelt und das war teilweise in Europa und Amerika, wo wir auch acht Jahre unseres Lebens verbracht haben. Dort haben wir mit antiken Textilien gehandelt. Das Produkt von LE STOFF ist grundsätzlich auch nicht neu, es ist eigentlich 600 Jahre alt. Nachdem wir das immer wieder verwendet haben und unsere Freunde uns immer wieder gefragt haben, ob wir ihnen Hamamtücher aus dem Urlaub mitbringen können, kam uns die Idee, wie wäre es, wenn wir damit handeln? Dann sind wir auf den Namen gekommen und mit ach und krach haben wir auch den richtigen Produzenten gefunden.

Julia: Wir haben, bevor wir aktiv angefangen haben, ein Jahr Vorarbeit geleistet. Das Projekt hat also schon ein Jahr Vorarbeit gebraucht und aktuell sind wir im zweiten Jahr aktiv.

A: Onlinehandel ist eigentlich ein neues Terrain das wir für uns entdeckt haben.

 

Wann war der richtige Zeitpunkt für Euch gekommen, ein Unternehmen zu gründen?

 

A: Am1.1.2015 haben wir unser Unternehmen gegründet, aber tatsächlich haben wir ein Jahr gebraucht bis wir das Produkt optimiert haben.

J: Am 1.1.2016 haben wir aktiv angefangen mit LE STOFF zu arbeiten. Es gibt ja Hamamtücher von verschiedenen Völkern, für unser Produkt haben wir Textilingenieure darauf angesetzt, denn es muss dünn und leicht sein, damit es praktisch ist. Es muss aber dick genug sein, damit es saugt wie ein Frottee-Handtuch. Daher ist unser Produkt die optimierte Version.

 

Lestoff in drei Worten?

 

A: Das bessere Tuch

J: Saugstark, kompakt, vielseitig.

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Euch aus?

 

A: Hektisch, wir haben auch eine Assistentin die teilzeit beschäftigt ist.

J: Ein Arbeitstag hört definitiv nicht um 18 Uhr auf, es werden um 23 Uhr noch E-Mails verschickt, denn wenn man selbstständig ist, geht’s einfach nicht anders.

 

Was macht Euch am meisten Spaß an Eurem Job, was eher nicht?

 

J: Also ich habe sehr viel Kundenkontakt, besuche österreichweite und internationale Messen, aber auch kleinere nette Märkte. Mir macht der Kundenkontakt am meisten Spaß und direktes, positives Feedback zu bekommen.

A: Mir macht es sehr viel Spaß die Verkaufsmöglichkeiten online auszubauen und die Messen für einen Auslandsbesuch am Wochenende, das ist wirklich ein Tapetenwechsel für mich. Die Themenmessen, wie die Ferienmesse in Leipzig oder die Reisemesse in München, das sind wirklich themenbezogene Messen, wo man viel mit Wassersport zu tun hat. Die Düsseldorfer Bootsmesse ist riesig und mit 18 Hallen extrem weitläufig. Da ist eine Halle schöner als die Andere und unterteilt sich in Tauchsport, Trend-Sport wie Kitesurfen, Segeln und Motoryachten und wir sind direkt bei unserem Zielpublikum. Alle, die mit Wasser zu tun haben, sind bei uns herzlich willkommen, um sich nach dem Sporterlebnis abzutrocknen.

 

Ist es manchmal schwer, sich in der Textilbranche zu behaupten? Was hilft Euch dabei?

 

J: Wir brauchen uns nicht wirklich zu behaupten, wir haben ja so direkt gesehen keine Konkurrenten, beziehungsweise keine Konkurrenz, die ein Label ist. Will ich ein Qualitätsprodukt kaufen, oder ist es mir wurscht wo es herkommt, aus welchem Material es gemacht wurde und wo es gefertigt wird – das ist halt so eine Sache. Aber mit Label sind wir die einzigen, daher haben wir keine direkte Konkurrenz.

 

Seit der Unternehmensgründung ist schon einige Zeit vergangen, würdet Ihr alles genauso machen?

 

J: Ja.

A: Ja, alles war bis jetzt sehr gut geplant und hat auch gut funktioniert.

J: Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht. Wir sind dabei auch immer sehr durchdacht vorgegangen. Alles was Computer und Online betrifft, ist Atas Stärke, Kontakte knüpfen und netzwerken, das ist meine Stärke. Wir ergänzen uns daher ganz gut.

 

In welchen Bereichen kann man Hamamtücher anwenden?

 

J: Eigentlich gibt es keinen Bereich, wo man es nicht anwenden kann. Ich finde es am praktischsten für Unterwegs. Handtücher sind meistens sehr dick und zum Sport, für die Sauna und den Thermenbesuch ist das Hamamtuch ideal.

A: Wenn man mit dem Handgepäck in den Urlaub fliegt, braucht es auch nicht so viel Platz wie ein herkömmliches Strandtuch. Denn wenn man auf Reisen begrenzten Stauraum hat, ist es natürlich perfekt, denn es ist sehr klein, 275g leicht und ausgebreitet trotzdem so groß wie ein Badetuch (1m x 1,80m).

 

Wie sieht die Zukunft von LE STOFF aus?

 

A: Sehr gut, wir haben bis jetzt nur den österreichischen Markt ansprechen können, durch unsere neue PR Agentur, werden wir in diesem Jahr auch den deutschen Markt bedienen. Es gibt sogar schon Gespräche mit Brasilien und Israel.

J: Am österreichischen Markt liegen wir für so kurze Zeit gar nicht so schlecht. Wie gesagt, der Plan und das Ziel für dieses Jahr ist den deutschen Markt zu ergründen. Parallel passieren natürlich auch Gespräche, die einen europaweiten Vertrieb betreffen, oder eben Gespräche mit Brasilien, aber das ist auch ein bisschen weiter weg. In Wien haben wir ganz viele Partnershops, wie Boutiquen, Einrichtungshäuser und exklusive Shops, aber auch österreichweit sind wir in der Steiermark, Kaprun, Linz und in Kärnten vertreten.

 

Wie ist das Design der Hamamtücher entstanden?

 

J: Wir können nach Lust und Laune designen wie es uns gefällt, aber wir haben uns bis jetzt auf ein Design beschränkt.

A: Das ist ein klassisches Muster.

J: Denn wir wollten die Connection zur Türkei - da kommen wir beide her, nicht verlieren und ein klassisches Hamam Muster verwenden. Vielleicht kommen auch irgendwann weitere Muster dazu, da wir relativ neu sind und viele Farben für den Kunden zur Auswahl stehen, wird das noch etwas dauern. Alle sind so begeistert von den Farben, dass sie sich kaum entscheiden können. Wir überlegen daher die klassische Kollektion vielleicht etwas kleiner zu machen und dafür andere Muster oder Farbkombinationen dazu zu nehmen.

 

Welches Material wird für die Hamamtücher verwendet?

 

J: Es ist zu 100% aus Baumwolle. Es muss Baumwolle sein, alles andere saugt nicht so gut. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit mit anderen Fasern zu arbeiten, aber für uns ist Baumwolle das allerbeste. Man muss nicht auf irgendwelche Besonderheiten beim Waschen aufpassen. Man kann es bis zu 60°C waschen und das ist auch der Sinn der Sache, dass es dann hygienisch rein ist. Da es ausgebreitet genauso groß wie ein normales Frottee-Handtuch ist, dabei aber nur ein Drittel dessen wiegt, nimmt es nicht so viel Platz in der Waschmaschine weg und man kann statt einem Frottee-Handtuch drei, oder vier Hamamtücher waschen.

 

Als tägliche Begleitung in der Sporttasche oder auf Reisen, das Hamamtuch ist bei Ata und Julia immer dabei.

 

LE STOFF sind auch online auf www.cosmeterie.com

 

Herzlichen Dank für das Gespräch, wir wissen jetzt mit welchem Strandtuch wir in den nächsten Last-Minute Urlaub fliegen werden!